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Die Alternative zur "Alternative": Bioethanol "E85"

Grundlegendes zu E85/Bioethanol:

Ethanol-Kraftstoffe sind Ottokraftstoffe mit unterschiedlichen Anteilen von Ethanol.

Die Gemische werden nach dem Anteil von Ethanol im Benzin bezeichnet, z.B. E85 mit 85 % Ethanol.
Ein heute viel diskutierter Ottokraftstoff ist E10 mit 10 % Ethanol. Die Beimischung von geringen Mengen in Benzin, beispielsweise 5 % Ethanol, wie derzeit in Deutschland durchgeführt, wird nicht als Ethanol-Kraftstoff bezeichnet, sondern als Benzin. Nach der europäischen Norm EN 228 ist eine Beimischung von Bioethanol zu herkömmlichen Benzin von bis zu 5 % zulässig (E5). Normale Benzinmotoren können ohne Modifikation mit E5 betrieben werden.
Um nicht branntweinsteuerpflichtig zu sein, enthält reiner Ethanol-Kraftstoff zusätzlich Vergällungsmittel.

 

Bereits in der Weimarer Republik gab die Reichskraftsprit-Gesellschaft ab 1925 etwa 25 % Kartoffelsprit zum Benzin dazu und verkaufte das Gemisch unter dem Namen Monopolin. Bis in die 1950er Jahre wurde Ethanol mit diversen weiteren Kraftstoffen wie BenzolMethanol,Aceton und Nitrobenzol zu sehr klopffesten Rennkraftstoffen gemischt, die heute aufgrund der toxischen Wirkung auf Menschen und der aggressiven Wirkung auf das Material verboten sind.

Benzin-Ethanol-Kraftstoff E10

In der Europäischen Union wurde die Einführung einer höheren Beimischung von Ethanol zu mineralischen Kraftstoffen verpflichtend bis 2020 beschlossen. Die Umsetzung in Deutschland erfolgt durch entsprechende Regelungen im Bundes-Immissionsschutzgesetz. Die Mineralölwirtschaft erhöhte deswegen den Anteil an Ethanol von fünf auf bis zu zehn Prozent und ersetzte großflächig die bisherige Benzinsorte „Super“ (bisherige Beimischung bis zu 5 %, E5) durch „Super E10“. Dadurch soll das Erreichen der gesetzlichen Vorgaben zu Mindestbeimischungen und damit die Steuerentlastung nach § 50 EnergieStG sichergestellt werden.

Ziel der Beimischung von Biokraftstoffen ist es, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und das Klima zu schonen. Da das vom Bio-Ethanol stammende CO2 bei der Gewinnung aus der Atmosphäre genommen wurde, gilt das vom Ethanolanteil emittierte Kohlendioxid als klimaneutral und die verbrauchte Menge an fossilem Brennstoff sinkt. Wenn jedoch für die Erzeugung des Ethanols eigens Wälder gerodet werden und bei Erzeugung und Transport fossile Brennstoffe eingesetzt werden, verringert sich die positive Wirkung der Ethanolbeimischung auf die Klimabilanz und könnte sich sogar in einen Nachteil verkehren. Viele Umweltverbände sehen daher die Einführung kritisch oder raten gar von dem Kraftstoff ab, bis strenge Regeln für dessen Erzeugung festgelegt wurden.

Eine Reduzierung des Gesamtkraftstoffverbrauchs ist mit E10 nicht zu erreichen, da die Energiedichte von Ethanol unter der von Kohlenwasserstoffen liegt. Daher steigt der Kraftstoffverbrauch gegenüber ethanolfreiem Kraftstoff; über die Höhe des Anstiegs existieren unterschiedliche Angaben. Laut Bernhard Geringer von der TU Wien beträgt der maximale Mehrverbrauch 1,9 %. Der ADAC geht von ca. 1,5 % Mehrverbrauch aus. In der allgemeinen Presse wurden zur Einführung von E10 im Februar 2011 zum Teil deutlich höhere Mehrverbräuche bis zu knapp 5 % genannt.

Das ARD-Magazin „Fakt“ berichtete am 6. Dezember 2010, Wissenschaftler hätten als Folge der veränderten Beimischung giftige Verbindungen wie Blausäure und Vorläufer von Ozon in den Abgasen gefunden. Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen, fordert daher weitere Untersuchungen, um Schaden für Mensch und Umwelt zu vermeiden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland spricht bei E 10 von „Mogelpackung“ und „Verbrauchertäuschung“. Die Verdoppelung der benötigten landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Weizen, Zuckerrüben und Mais für die Herstellung von Bioethanol könne, im Vergleich zu herkömmlichem Kraftstoff, sogar höhere Kohlendioxid-Emissionen verursachen. Das Ziel der Bundesregierung, so der BUND, den Flächenverbrauch entscheidend zu senken, werde konterkariert. Bereits heute würden rund 35 Millionen Hektar Ackerland in Entwicklungs- und Schwellenländern für die Länder der Europäischen Union genutzt. Dies würde sich erhöhen, um die Nachfrage nach Bioethanol zu decken. Durch das Anwachsen von Monokulturen befürchtet der BUND den Einsatz von mehr Düngemitteln und Pestiziden und damit zunehmende Schadstoffbelastungen.

Etwa 90 % aller benzinbetriebenen PKW in Deutschland sollen laut Umweltbundesamt E10 vertragen. Neufahrzeuge sind in der Regel E10-tauglich. Die E10-Verträglichkeit von Fahrzeugen kann beim jeweiligen Fahrzeughersteller erfragt oder online recherchiert werden. Bei den restlichen Fahrzeugen kann der enthaltene Alkohol, insbesondere bei hohem Druck und hohen Temperaturen, eine unaufhaltsame Korrosion bei Bauteilen aus Aluminium insbesondere der Treibstoffversorgung auslösen, wie sie etwa im Ansaugtrakt zwischen Einspritzdüse und Einlassventil des Motor oder bei Benzinpumpen Verwendung finden können. Darüber hinaus kann der Alkohol bestimmte Kunststoffe angreifen, welche etwa in Schläuchen und Dichtungen enthalten sind. Das kann zu Motorschäden oder undichten Stellen führen. Die Vorstellung, nach der sich auf heiße Bauteile des Motors gelangender Kraftstoff entzünden könne, stammt ausActionfilmen und entspricht nicht der Wirklichkeit: Benzine verdampfen, zünden dabei jedoch nicht.

Thomas Brüner, Leiter der BMW-Mechanikentwicklung, hatte gegenüber der Zeitung "Welt am Sonntag" von Problemen durch E10 gesprochen: Wasser könne aus den Verbrennungsgasen kondensieren und ins Motoröl gelangen. Daher könnten häufigere Ölwechsel nötig sein. Experten rieten daraufhin den Autobesitzern, öfter den Ölstand zu kontrollieren. Wäre der Stand dann höher als bei der vorherigen Kontrolle, könnte dies an Wasser im Motoröl liegen. BMW beharrt jedoch auf seiner Position zum Thema E10. Der Kondensationseffekt ist laut BMW "ein Nebeneffekt des normalen Verbrennungsvorgangs, unabhängig von der Verwendung von E10." Die Aussagen von Brüner hätten sich "nicht auf Länder mit Kraftstoffqualitäten wie die in der EU verwendeten" bezogen, sondern auf Länder mit minderwertigem Sprit. Aus der Online-Meldung der "Welt" zu dem Thema lässt sich diese Einschränkung allerdings nicht entnehmen.

Umrüstung auf E85

Wir rüsten Benzin PKW´s auf den E85 Betrieb um.

 

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